Firmenzeichen und Lochungen auf Schweizer Briefmarken

von Karl Probst †


Firmenstempel und Blindprägungen dienten zwischen 1865 und 1922 zur Eigentumserkennung. Custos-Portokontrollstempel sind von 1910 bis 1943 drei Sechseck- und neun Rundstempel bekannt. Perfins, die gelochten Marken, wurden 1876-1967 hergestellt. 1910-1913 kamen die ersten Frankiergeräte mit eingebauten Perforier-Einheiten auf den Markt. In einer Maschine konnten 5-7 Markenrollen eingelegt werden. Die Seltenheit der PERFIN-ROLLENMARKEN liegt in der kurzen Verwendungszeit (z.T. weniger als 1 Jahr) begründet. In Eigenforschung habe ich gegen 200 Lochungen auf Rollenmarken, von insgesamt ca 800 Lochungen nachweisen können, die heute im Katalog «CH-Perfins» von Heiner Dürst speziell bezeichnet sind.



Links: Firmenstempel "FALC-Luzern", rechts: Firmenstempel auf der Rückseite


Postkarte mit «Custos-Portokontrollstempel»

Die seltensten Lochungen auf Briefmarken und Postkarten


Thomann & Leicht, Zürich, verwendete eine Stanze, die pro Druck nur ein Loch stanzen konnte. Das Firmeninitial erforderte somit 5 Arbeitsgänge.


Wenige Firmen verwendeten gleichzeitig mehrere Stanzen mit unterschiedlichen Locharten, wie z.B. Gebrüder Benzinger in Einsiedeln. GBE 1879-1898 Gebrüder Benzinger Verlagsanstalt, Einsiedeln


B&C E 1886-1947 Benzinger & Co.AG, Einsiedeln


Wir kennen 2 Typen von Frankiergeräten, die Marken mit Firmenzeichen und Initiallochungen A-K abgeben konnten:
POKO 1910: Portokontrollgeräte der DAPAG-Werke Berlin
BUMAG 1913: Michelius GmbH Köln


Die Markenrollen wurden anfänglich von Hand durch die Geräte-Inhaber, später von der Wertzeichendruckerei Bern hergestellt. Jede 10. bzw. 20. Marke besitzt eine Klebestelle vom Bogenrand. Kleine Raritäten sind Postkarten und Marken mit Lochungen durch die Klebestelle.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis         Zurück zum Anfang